Schweden 10
11-09-10
Wir treffen uns in Schenkon. Wir, die restlichen Zehn von unserem Klub, reisen heute nach Schweden. Dort treffen wir die Vier, die die Reise eine Woche vor uns mit dem Auto in Angriff genommen haben. Sie sondieren die Gegend für uns aus. Den zehrenden Weg mit dem Auto nehmen wir nicht - wir fliegen nach Kopenhagen, um von dort aus ins schwedische Asnen zu fahren.
Obwohl der Flug nur 1½ Stunden dauert und die anschliessende Autofahrt in unser Domizil ca. 2½ Auto-Stunden in Anspruch nimmt, sind wir beinahe eben solange unterwegs, wie unsere Kollegen eine Woche vor uns. Um 21:30 treffen wir in Getnö Gard ein. Hier haben wir zwei Häuser und sieben Boote gemietet. Unsere Kollegen erwarten uns mit einem sehr feinen Nachtessen.
Sie erzählen uns von ihren Erfolgen der letzten Woche. Hundemüde beziehen wir unser Quartier und freuen uns auf den bevorstehenden Tag auf dem Lake Asnen.
12-09-10
Der See ist wahnsinnig gross, mit vielen Ausläufern und Buchten. Wir können jedoch erst um 9:00 starten, da wir an der Rezeption unsere Bootsschlüssel holen müssen und diese erst um 9.00 Uhr öffnet.
Leider kriegen wir die versprochenen Echolote nicht, so beginnen wir blindlings auf dem See die Stellen zu finden, wo die grossen Zander lauern. Der See hat eine Menge Untiefen sowie Steine, die nur 5cm unter der Wasseroberfläche lauern, was sehr gefährlich ist. Nur bei genauer Beobachtung des Wellengangs erkennt man, wo diese sich verstecken. Unser erster Tag auf dem See verläuft einigermassen ernüchternd. So ernüchternd, dass sich die Meisten von uns ihre Füsse in den unzähligen Wäldern vertreten und köstliche Pilze sammeln. Heute Abend gibt's Spaghetti Bolognese und / oder Spaghetti mit Pilzsauce.
Bei zollfrei eingekauftem Baccardi und Jamsonwhiskey diskutieren wir verschiedene Strategien und beurteilen die Fangorte. Unser Elch (Trophäe an der Wand) im Esszimmer ist nicht beeindruckt.
13-09-10
Heute ist es regnerisch - Quatsch, es regnet in Strömen. Trotzdem ziehen zwei von uns schon um 6:00 Uhr in der Früh los. Die Anderen nutzen das schlechte Wetter, um Einkäufe für die kommenden Tage zu erledigen.
Um Wein und "richtiges" Bier zu kaufen, müssen wir 50km fahren. Alkohol ist in Schweden nicht wirklich teuer, nur mühsamer zu beschaffen. Während der Rückfahrt bessert sich das Wetter, es hellt auf. Wir erfahren per SMS, das der morgendliche Einsatz bei Wind und Regen nichts gebracht hat.
Kaum sind die Einkäufe eingeräumt, wollen wir es wissen. Auf die Boot und los. Zwei Teams haben heute Echolote dabei. Die inzwischen in Seenot geratenen Frühaufsteher (leere Benzintanks) werden von uns wieder aufgetankt. Diese Ansammlung von Booten lockt weitere unserer Boote an. Und schon geht's los. Der erste Zander ist im Boot und in den folgenden zwei Stunden können wir drei Zander und drei Hechte mit zulässiger Grösse feumern. Die Zander werden heute zur feinen Vorspeise.
14-09-10
Wieder regnerisch. Wir gehen fischen, einkaufen und Pilze sammeln. Alles gleichzeitig, wir können das - schliesslich sind wir 14 Mann. Heute Abend gibt's Steinpilz-Suppe und Steinpilz - Risotto. Ein unvergessliches Mahl angesichts der top-frischen Pilze. Man staunt, welch gute Köche wir im Klub haben. - Wir werden hier nicht verhungern!
15-09-10
Das Wetter ist heute deutlich besser. Der Wind hat nachgelassen. Jetzt geht's wieder los auf Zanderjagt. Den Hotspot haben wir ja schon am Montag gefunden. Prompt hocken alle wieder an der gleichen Stelle. Erinnerungen an Wertach kommen hoch :-) Ein Team muss am Morgen leider Aussetzen, Probleme mit dem Bootsmotor hält sie den ganzen Morgen auf.
Wir versuchen, alles aus dem Zanderloch rauszukitzeln. Tatsächlich haben wir viele Bisse, darunter aber leider viele Untermassige. Lediglich drei Zander können wir nach Hause nehmen. Darunter unser Rekord: 70 cm.
Der glückliche Rekordhalter wurde am Abend auch gleich in die Geheimnisse des Zander filetierens eingeweiht.
Die Stunt - Einlagen von Köbi (Piruetten mit dem Motorboot) werden noch Manchem lange in Erinnerung bleiben. Heute gibt’s Koteletten an Pilz-Sauce. - Fragen?
16-09-10
Wieder haben wir starken Wind. Für unsere bewährte Drop-Shot-Drift-Methode nicht optimal. Wir gehen in die Pilze und testen einen Pizzaladen in Ryd, unserem nächstgelegenen Ort. Nichts aussergewöhhnliches, jeder Kebabstand in der Schweiz hat mehr Charme.
Am Abend steigt die Gaudi, heute essen wir alle gemeinsam. Feinste Filets vom Grill, dazu guter Wein und später ein-zwei Stamperl. Ja - Einige werden Morgen Mühe haben.
17-09-10
Letzte Gelegenheit. Trotz Wind und Wetter verbringen die Meisten den Nachmittag auf dem See. Mittags gehen wir aber erst alle auswärts Essen. Leider ein Reinfall, es gibt Wochenrückblick a la Diskretion. Doch Heute ist nichts mit Fische fangen, es war der Mühe nicht Wert. Fünf gehen am Abend wieder auswärts Essen. Der Rest macht die Küche und die Bar im Nebenhaus leer.
18-09-10
Tag der Rückkehr. Früh schon machen wir uns bereit. Die Vier, die mit dem Auto angereist sind, fahren schon um 7:00 Uhr los. Sie nehmen einige Koffer zusätzlich mit, damit wir ein bisschen
bequemer mit den Mietautos nach Kopenhagen fahren können. Um 8:30 geht auch für die Restlichen die Heimreise los. Uns erwartet ein langer Tag im Auto, am Flughafen und wieder im Auto. Der Flug hin wie auch zurück verlief problemlos. Damit endet unsere Exkursion nach Schweden - übrigens eine Jubiläumsreise zu unserem 25. Vereinsjahr. Sicher ist, dass wir uns noch lange daran erinnern werden.
An dieser Stelle auch einen herzlichen Dank an das OK-Team, das unsere Reise hervorragend vorbereitet hat.
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